Was ist Glück

Vor einigen Jahren (2007) schrieb ich

Was ist Glück?

Ein helles Wort – lass alle dunklen stecken

Glück ist eine feuchte Wiese für deine müden Füße
hüpfende Freude und perlendes Lachen

Glückskleesamen in deiner Hand und du bist
mit den Engeln verwandt

Glücksmomente sind in dein Herz gebrannt

Friede ist Glück

Jauchzendes Glück gibt dir Leben zurück

Glück ist wie ein Garten voll Sonnenschein mit Pfützen
in denen leuchtend strahlende Sonnenlichter sitzen

 

 

Heute, am letzten Tag im Januar, sind mir Gräser und Wiesen noch
viel zu kalt und viel zu nass.
Der Wind pfeift durch die Bäume und ich hülle mich in reichlich Wolle.

Auf matschigen Wegen zwischen Schwarznuss und Tulpenbaum
da entdecke ich es wieder

Ein ausgesprochen großes Stück vom sprichwörtlichen Glück

 

Rückenpoesie

Ein Häuschen im Baum
ein Sommernachtstraum

Ein Rotkehlchen
das auf dem Brunnenrand trippelt
und sich an der versteckten Quelle labt

Ein grüner Trieb im Garten
der klammheimlich die Erde durchbricht

und ein Kissen in meinem Rücken mit
der Hoffnung ich muß mich für
Stunden nicht bücken …

 

und immer trug er seine Lieblingsjacke

Er trug sie täglich und vergrub seine Hände genussvoll in ihren tiefen Taschen.
Täglich berührte er mit seinen Fingerspitzen die alten Nähte, die sich so pelzig gemütlich anfühlten, so wundervoll weich und warm und im Winter brauchte er keine Handschuhe, die Taschen fühlten sich an, als wären sie mit einem pelzigen Futterstoff ausgekleidet.

Mit der Zeit hatte er aber das Gefühl, seine Tachen würden kleiner. Er grub seine Hände so
tief hinein wie immer, aber sie fanden weniger Platz vor. Das Futter schien zu wachsen.

Da schob und schob er das Warme, Weiche, Zarte mit den Fingerspitzen zusammen, formte einen kleinen Wolleball und auch das Bällchen wuchs und wuchs, wurde größer, dicker, kugeliger und manchmal glaubte er sogar, ein leises Fiepen zu hören.
Gedankenverloren streichelte er den kugelrunden wolligen bauchigen Ball in seiner Tasche und wieder hörte er ein sehr zartes Fiepen.

Nach einigen Wochen wunderte er sich sehr, daß seine Fingerspitzen das Kugelrunde nicht mehr fanden, sondern nur noch etwas dünner Bauchiges und dahinter noch kleinere wollige Geschöpfchen und das Fiepen war wieder ein wenig lauter geworden.

Da schielte er endlich vorsichtig in das pelzige Dunkel hinein und entdeckte, daß die Wollmäuse, die er mit sich herumgetragen hatte, wohl schwanger geworden waren und er hatte nun in jeder seiner gemütlichen Taschen einen Wurf von putzigen, herzigen, pelzigen minikleinen Wollmäuschen, eines weicher und wärmer als das andere und er war´s zufrieden.

Geht er an einem vorüber, hört man es wispern und fiepen und manchmal unterhält er sich mit seinen Wollmäuschen, seinen possierlichen Jackentaschentierchen.

Mancher wundert sich über den komischen Kauz und schüttelt den Kopf über ihn.  Doch das stört ihn nicht.
Sein Blick ist verklärt; er hat Gesellschaft gefunden, kleine dunkelpelzige Freunde, die an ihm zu kleben scheinen.
Sie haben ihn wohl sehr gerne, diesen Mann, der auf der Straße lebt, ohne Dach über dem Kopf, aber immer gut gelaunt und mit einem verschmitzten Lächeln auf seinen Lippen.

 

Du warst der Tag

Du warst der Tag
für mich
die Stunde die mich erfüllte

Ganz eigentümlich

Ein Duft der mitten im
Winter nach Frühling ruft

Nach Erdbeeren im Schnee
allersüßestem Himbeertraum
schaum und reifenden
Kirschen im Apfelbaum

 

Nur ein Traum, der keine Erfüllung braucht
und ein Foto das scheinbar keinen Bezug zu meinen Worten hat
Es sei denn, Du findest ihn in seinen Farben 🙂

Manchmal macht es einfach Sinn, Unsinniges aufzuschreiben

 

Wintergesicht

Wintergesicht
warum sprichst du nicht

Was verbirgst du vor mir

Das Ruhen der Erde
in dem auch meine Müdigkeit
liegt

Oder ists deine Art
still zu sein dein Blick nur
nach innen gerichtet

Mein Menschsein dir fremd?

Keine Sonne, keine Wärme, nur Kälte und Schweigen.
Bleigrauer Himmel und meine Füße im Schnee.
Hoch und runter, jeder Hubbel ein Schmerz

So war mein Spaziergang gestern im zum Teil recht tiefen Schnee.
Ganz so hatte ich es mir nicht vorgestellt. grummel, grummel

Wir von der Erde – eine meiner Collagen der lustig, listigen Art

Sie ist aus den unmöglichsten Materialien entstanden.
Z.b. Schnipseln aus der Tageszeitung, Teile eines  alten Duschvorhangs,
Wolle, Fusseln, Papier, das teilweise aus einem Papiercontainer entnommen wurde,
ich sags Euch, einfach unmöglich 🙂

Zuerst war da aber nur eine ziemlich kitschige Glückwunschkarte, aus der ich mir das erste Wörtchen ausschnitt  *Wir*