Teddybär

Er schaute so traurig aus

Stumm und verlassen von seinem kleinen Freund
der ihm schon lange über den Kopf gewachsen war

Keiner brauchte ihn noch und nutzlos
hockte er nur noch in seiner Ecke herum

Von seinem Fellkleid war nicht mehr viel übrig
Sein Blick war glanzlos und sein Rücken krumm

Sehnsüchtig hoffte er es käme ein Kind vorbei
und nähme ihn liebevoll in seine kleinen Arme

Ihm würde er seine frisch aufblühende Bärenliebe
schenken und alles würde sein wie damals
als er noch ein Bärenjunges war

In seinen Blick käme neuer Glanz und vergnügt
würden sie herumtollen – wenn auch nicht mehr
so wild wie früher

 

Denn er war schon ein alter Bär

 

 

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Lindenblühen

und wenn die Linden blühen
wird endlich Sommer sein

Sein Duft wird in den
Zweigen hängen und alles
Müdesein verdrängen

Du atmest Lindensüße
wanderst durch die Gräberreihen
liest von alter und längst vergangner Zeit

Du spürst der Linden Beben
siehst wie die Nornen weben und ihre
Fäden legen

Du trinkst
vom süßen Lindenduft und hörst
wie dich die Lust auf Leben ruft

 

 

Ich saß direkt unter dieser Linde und sie beschenkte mich unentwegt mit ihren schon fast vertrockneten Blüten. Leider gelang mir kein klares Bild von ihr;  sie war einfach zu mächtig für mein Handy  🙂

 

Knöpfe, Knöpfe

Schon als kleines Mädchen mochte ich die Vielfalt der Knöpfe

Da waren kleine und große, runde, eckige oder andere Formen, mit
gewellten oder auch glatten Rändern. Kinderknöpfchen, Knebelknöpfe,
Kragenknöpfchen, wunderschöne gläserne in allen möglichen
Farben, manche aus Plastik und wieder andere aus Perlmutt oder Holz.
Einige waren auch mit Stoff bezogen, aber die mochte ich nicht.
Auch den Hirschhornknöpfen konnte ich nichts abgewinnen.
Ich vermute, sie waren mal an kurzen Bubenlederhosen

Meine Oma besaß eine hohe runde Knopfdose, die wohl gefüllt war.
Eine Sammlung, in vielen Jahren entstanden, und wir saßen oft
gemeinsam am alten Küchentisch und sahen sie uns in aller Ruhe an.
Oma trank dabei manchmal einen kleinen Rotwein mit Ei 🙂

Ich erinnere mich an keine besonderen Spiele mit den Knöpfen,
außer, daß wir sie nach Farben oder Formen sortierten. Und jedesmal
fand ich es aufs Neue spannend, dieses gemeinsame Knöpfe-Bewundern
und Sortieren.
Meine Oma hatte immer Zeit dafür und nie wimmelte sie mich ab

Später kaufte ich mir selbst eine Dose für meine Knöpfe und siehe da,
die Sammlung vergrößerte sich schnell, die Dose war bald gefüllt.
Eine noch größere habe ich mir aber nie gekauft.
Ich muß meiner Sammelleidenschaft manchmal selbst Einhalt gebieten,
sonst wächst sie mir über den Knopf, ähem, Kopf… 🙂

Naschkatze

Manchmal ist es nur ein Wort, das zum Schreiben verführt.
Praline, (ein Zauberwort), außerdem herzhaft und wandern,  zu Christianes ABC – Etüden

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/06/20/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-25-26-21-wortspende-von-allerlei-gedanken/

 

Ich bin eine Naschkatze, ein Süßschnabel  und mag selbstverständlich  auch Pralinen
Nicht nur Kuchen mit einer großen Portion Schlagsahne 🙂 wie mir manchmal nachgesagt wird.
Keine mit Alkohol gefüllten,  oh nein,  ich mag die anderen, die nur mit ihrer Süße verführen.
Die Füllungen so vielfältig, die Fantasie des Chocolatiers schier grenzenlos.

Es soll Menschen geben, die keine Pralinen mögen. Aber ich kenne keine 🙂

Herzhaft sind sie natürlich nicht und Herzhaftes braucht der Mensch auch dringend,
doch ich bin viel eher mit den hübschen kleinen Schokodingerchen zum Wandern zu bringen …

Da läuft mir viel eher das Wasser im Munde zusammen als bei der Aussicht auf ein Drei-Gänge-Menue am Abend  🙂

Tulpenmann – Zwei Collagen

Tulpenmann – was siehst Du mich so fragend an?
Du möchtest Deine Tulpe der Liebsten schenken
und nun hast Du plötzlich Bedenken?

Tagelang hast Du gefastet und Dir überlegt,
ob sie auch wirklich auf Tulpen steht

Da musst du durch, musst Deine Scheu überwinden
und endlich mit vollem Risiko starten
denn viel länger wird sie bestimmt nicht mehr warten

Seit sieben Jahren traust Du Dich nicht
ausgemergelt und schmal ist dein blasses Gesicht
Dringend schreit Dein Körper nach Farben
Und diese wirst Du zur Liebsten nun tragen

Mitsamt Deiner Tulpe wird sie Dich freudvoll
empfangen und endlich wissen
was ihr sieben lange Jahre an Freude entgangen

Der Tisch ist gedeckt, sie lässt Dich herein
und wird über die Tulpe vor Entzücken schrein

Du kannst es nicht fassen und gluckerst vor Glück
Gehst vor Freude fast wieder zurück

Sie faßt dich am Ärmel und hält dich ganz fest
So findest du Frieden Freude Vertrauen
und wirst ab sofort nur noch nach vorne schauen

Tulpenmann fand Tulpenfrau – Sie hat ihn und er hat sie
Wer hat nun wen, schau ganz genau – Sie haben einander
So wird es sein und keiner von beiden ist mehr allein

 

 

Es sind Worte, die ich vor längerer Zeit  zum Tulpenmann geschrieben  habe und
auch wenn die Tulpenzeit schon wieder vorüber ist, passen sie so schön zu diesen
beiden Collagen.
Ich hatte mich auch am Mond versucht und hier seht ihr, was daraus geworden ist 🙂

Der Lack ist ab

Der Lack ist ab und Risse zeigt die Menschenmaske
Spuren die das Leben schrieb

Schatten drohen rücken näher fröstelnd suchst du
nach dem Licht das von neuer Jugend spricht

Doch du hörst wie ´ s in dir wispert :

Vergiß die Wunder um dich nicht – sieh die Bäume
hochbetagt viel schöner als in jungen Jahren

Jede Lebensspur zeigt Leben jede Falte ist ein Lächeln
Atme tief und inhaliere – Alle Wunder sind für dich