Weniger ist mehr

Vanillereis und Erdbeereis – Süße Sachen
du kannst lachen

Pflaumenmus mit Zimt gewürzt
Was fehlt denn noch? Du blickst bestürzt

Puddings, Cremes und feine Torten
d a v o n    gibt`s wirklich alle Sorten

Schmalzgebäck und Honigkuchen
Du kannst backen oder buchen

Marzipan und Nougatmasse
Nüsse, Mandeln, feingehackt in
Couverture   gut   verpackt

Pralinen, Törtchen, Köstlichkeiten
die Augen und die Sinne weiten

Kompott und Aprikosenschaum
du denkst, das alles wär ein Traum?

Weihnachtsstollen, süße Krapfen
danach wirst du nur langsam stapfen

Bonbons, die im Munde schmelzen
noch schnell in buntem Zucker wälzen

Gebraten wird, gebacken gar
gekocht, getrocknet, wunderbar

Schlaraffenland der süßen Art

Tische, Bänke biegen sich
dich lässt der Appetit im Stich

Es ist zu viel, du willst nicht mehr
Zuviel des Guten, nichts geht mehr

 

 

 

Diese Zeilen musste ich Euch unbedingt zeigen.
Ich habe sie am 27. November zweitausendundacht geschrieben  🙂

 

Ich wünsche Euch allen einen schönen ersten Adventssonntag
auch wenn es draußen trübe und düster aussieht  …

 

 

Vor einem Jahr

Ein Jahr ist es her
Ich fiel und stand lange nicht auf

Sternenstsaub rieselte und nahm mir die Sicht

Die Zeit in der Klinik war gar nicht gut

Doch schon nach neun Tagen brachte mich ein
Krankenwagen wieder nachhause

Mein Bett war schnell mit einem neuen Patienten belegt

Heute geht es mir wieder gut

Doch an manchen Tagen fehlt mir immer noch
ein Rest vom einstigen Mut

Ich bin eine Collage – Miss Törtchen tanzt Spitze

Miss Törtchen war eine Auftragsarbeit, die mir großen Spaß machte.

Eine sehr rundliche Freundin fragte mich, wie ich sie denn darstellen würde,  und ich hatte da so meine Ideen 🙂

Sie besuchte mich zuhause und trug  an diesem Tage sehr schicke modische knallrote Stöckelschuhe.
Wenn man genau hinsieht, kann man die Schühchen  unter den wohlgerundeten Waden vielleicht erkennen.
Alles an ihr war rundlich und so appetitlich, daß ich mein Bild spontan *Miss Törtchen tanzt Spitze* nannte.

Ihr kennt sie bestimmt, die köstlichen kleinen Törtchen vom Konditor,
die so fein und wohlschmeckend sind, daß ihnen kaum einer widerstehen kann. Die Freundin erinnerte mich an sie  🙂

Leider mußte ich vom Foto ein Foto  machen, um sie hier zeigen zu können und es ist nicht sehr deutlich geworden, aber ich denke, Ihr könnt sie Euch vorstellen, diese appetitliche Person als Collage in meiner Art  🙂
Ihrem Sohn gefiel sie nicht, aber die übrige Familie hatte genug Humor um zu verstehen …

Leichtigkeit

Die Leichtigkeit des Seins
flog an mir vorüber
Sie sah mich nicht –  verschwand
im schlichten Wolkenlicht

 

Doch als ich mich vom Himmel
wandte –  um meine Schuhe
auszuziehen –  den Blätterteppich
zu betreten –  da fand ich sie

 

In dunkler feuchter Erde
als winziggrüne Spitzen sah
ich sie fedrigleicht
und blinzelnd vor mir sitzen

Mein Weg

Auf meinem Wege kam ich an guten Tagen
vorbei – an freudigen glücksstrahlenden

An Tagen, da ging die Sonne auf und der Himmel
war blau  –  saftiggrün jeder einzelne Grashalm
und die Erde hüpfte als sei sie ein Gummiball

Doch dann gab es die anderen Tage an denen
die Sonne am Morgen schon finster blickte und
jegliches Bitten in der Stille nutzlos verhallte
Das Herz sein ewiges Pochen nicht mochte
und nicht mehr emsig nach Lösungen suchte…

Meine Wege führten durch Täler und Senken
durch lichte Momente

Die Uhren wurden noch nicht verhängt
das Leben eilte weiter und    es   trug   mich   mit …

Einstmals ein Garten

Es war ein Garten wie keiner ihn kannte

Unkräuter Angelhaken Siebensachen
und auf den Wegen alte Socken
die auf dornigem Durcheinander hocken

Ein Wirrwarr von Abfallhalde und
zerbrochener Zeit

Wild wuchernd darüber reich blühend
und träumend in leuchtendem Blau
Trichterwinden und winzige glühende
Sonnengesichter (tapfere Löwenzahnblüten)

 

Einstmals geliebt und heute verworfen
Ein Garten, zur Müllhalde verkommen

 

Auf meinem Foto war es ein Parkplatz im Wald, wunderschön dort, aber der Abfallhaufen größer als ein normaler PKW-Standplatz.
Wohin ich auch seh, ich finde Abfall und wieviel Müll wird geredet…

Sind wir etwa eine Wegwerfgesellschaft?  🙂 

 

Aus dem Müll

Unter Schuttbergen begraben – im Müll fast
erstickt – zermatscht und bekleckert von
Unrat bedrückt – schief in der Schachtel
und abgeknickt zwischen zersetzten Resten
in Modder und Schmodder

Eine winzige Pflanze – keinem bekannt
Sie keimte und wuchs – lechzte nach Regen
und neuem Bewegen
In Abfall und Müll wiedergeboren

 

H   o   f   f   n   u   n   g

 

 

Viele Menschen leben ohne Hoffnung auf Änderung oder gar Besserung.
Zu vieles liegt im Argen und wo sollte da noch Hoffnung sein?

Wie lange werden wir noch auf das Ende der Pandemie warten?

 

Mein Blätterbaum

Wie die Rinde dem Baum so passt dir dein Kleid
wie   a n g e g o s s e n
als wärst du in deine Hülle hineingeflossen

Wie weicher Stoff schmiegt sich´s um deine Glieder

Im Wind beben mattgrünsamten die Blätter
Dein Mieder aus Moos ist weich wie ein Schoß

Deine Wurzeln gleichen festen Beinen die sich
mit dem Erdreich vereinen und dann in Liebe zur
Höhe streben

Rank bist du – schlank und biegsam wie eine
Weidengerte und begehrlich sind die Blicke
die du auf dich ziehst

Du schmückst dich zum Tanz mit dem Wind
dein Kleid ist neu und leuchtend die Farben
gelb wie Erntegaben und vom rostigen Rot
wie Vergehendes und doch lebendig Bestehendes

Mein Baum zwischen Bäumen
In meinen Träumen zwischen Sommer und Herbst

 

 

Nein, es ist kein funkelnagel Neues, aber ich fand es beim Durchblättern meiner ureigenen Gedichtedatei so schön, daß ich nicht widerstehen konnte und es Euch gerne zeigen möchte.