Naschkatze

Manchmal ist es nur ein Wort, das zum Schreiben verführt.
Praline, (ein Zauberwort), außerdem herzhaft und wandern,  zu Christianes ABC – Etüden

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/06/20/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-25-26-21-wortspende-von-allerlei-gedanken/

 

Ich bin eine Naschkatze, ein Süßschnabel  und mag selbstverständlich  auch Pralinen
Nicht nur Kuchen mit einer großen Portion Schlagsahne 🙂 wie mir manchmal nachgesagt wird.
Keine mit Alkohol gefüllten,  oh nein,  ich mag die anderen, die nur mit ihrer Süße verführen.
Die Füllungen so vielfältig, die Fantasie des Chocolatiers schier grenzenlos.

Es soll Menschen geben, die keine Pralinen mögen. Aber ich kenne keine 🙂

Herzhaft sind sie natürlich nicht und Herzhaftes braucht der Mensch auch dringend,
doch ich bin viel eher mit den hübschen kleinen Schokodingerchen zum Wandern zu bringen …

Da läuft mir viel eher das Wasser im Munde zusammen als bei der Aussicht auf ein Drei-Gänge-Menue am Abend  🙂

Tulpenmann – Zwei Collagen

Tulpenmann – was siehst Du mich so fragend an?
Du möchtest Deine Tulpe der Liebsten schenken
und nun hast Du plötzlich Bedenken?

Tagelang hast Du gefastet und Dir überlegt,
ob sie auch wirklich auf Tulpen steht

Da musst du durch, musst Deine Scheu überwinden
und endlich mit vollem Risiko starten
denn viel länger wird sie bestimmt nicht mehr warten

Seit sieben Jahren traust Du Dich nicht
ausgemergelt und schmal ist dein blasses Gesicht
Dringend schreit Dein Körper nach Farben
Und diese wirst Du zur Liebsten nun tragen

Mitsamt Deiner Tulpe wird sie Dich freudvoll
empfangen und endlich wissen
was ihr sieben lange Jahre an Freude entgangen

Der Tisch ist gedeckt, sie lässt Dich herein
und wird über die Tulpe vor Entzücken schrein

Du kannst es nicht fassen und gluckerst vor Glück
Gehst vor Freude fast wieder zurück

Sie faßt dich am Ärmel und hält dich ganz fest
So findest du Frieden Freude Vertrauen
und wirst ab sofort nur noch nach vorne schauen

Tulpenmann fand Tulpenfrau – Sie hat ihn und er hat sie
Wer hat nun wen, schau ganz genau – Sie haben einander
So wird es sein und keiner von beiden ist mehr allein

 

 

Es sind Worte, die ich vor längerer Zeit  zum Tulpenmann geschrieben  habe und
auch wenn die Tulpenzeit schon wieder vorüber ist, passen sie so schön zu diesen
beiden Collagen.
Ich hatte mich auch am Mond versucht und hier seht ihr, was daraus geworden ist 🙂

Der Lack ist ab

Der Lack ist ab und Risse zeigt die Menschenmaske
Spuren die das Leben schrieb

Schatten drohen rücken näher fröstelnd suchst du
nach dem Licht das von neuer Jugend spricht

Doch du hörst wie ´ s in dir wispert :

Vergiß die Wunder um dich nicht – sieh die Bäume
hochbetagt viel schöner als in jungen Jahren

Jede Lebensspur zeigt Leben jede Falte ist ein Lächeln
Atme tief und inhaliere – Alle Wunder sind für dich

Die vergessene Picknickdecke

Wenigstens einmal möchte ich mich doch an Christianes schönem Etüden-Projekt beteiligen.

Die drei Begriffe Picknickdecke – verwegen – recherchieren waren einfach zu schön.

Verwegen wäre es gewesen, ohne jegliche Anhaltspunkte zu recherchieren, wem die
offenbar liegengebliebene bildschön pastellig karierte Picknickdecke gehören könnte.

Verwegen klingt nach Mut und mutig bin ich schon lange nicht mehr.
Schließlich schmiss mich der verdammte Virus von einer Sekunde zur anderen um und nun bin ich nur noch faul und wenig geduldig.

Und so machte ich es mir auf einer Bank in der Nähe der Decke gemütlich. Block und Bleistift hatte ich sowieso immer dabei, um meine Gedanken zu notieren, und heißen Kaffee in einer Thermoskanne hatte ich heute vorsorglich von zu Hause mitgenommen.

Gut, daß ich an einer Bäckerei vorbeigekommen war, denn so hatte ich auch noch eine frisch gebackene Makrone zu meinem Kaffee- und Wartestündchen dabei. Zeit hatte ich zu Hause schon eingepackt und nun wollte ich abwarten, ob jemand käme, um seine vergessene Picknickdecke zu suchen.

Ich saß schon fast eine Stunde, da kam eine junge Mama angehetzt, ein Kleines im Tuch
und eines im schon wohlgerundeten Bauch und ein hübscher Schlingel von ca. sechs Jahren vorneweg.

„Mami, Mami, da vorne liegt unsere Decke und eine alte Frau sitzt auf der Bank und bewacht sie!“

Ich konnte die Erleichterung der jungen Mama gut erkennen.
Eben noch waren ihre Züge angespannt und nun lachte sie befreit auf.

Sie erzählte mir, daß sie im ganzen Park eine Toilette gesucht hätten und dann war da so eine schöne Blümchenwiese und auf der Blümchenwiese war ein rotes Klettergerüst.
Da kamen sie natürlich ein Weilchen nicht weg.

Dann hatten sie sich endlich wieder an die vergessene Picknickdecke erinnert…  🙂

„ICH hab dich erinnert, Mama“ krähte der hübsche kleine Schlingel dazwischen.

Wenig kann so viel sein

Wenn Gänseblümchen und Butterblumen
dir näherstehen als steifstielige Baccara rosen

Dunkles Brot dir köstlicher schmeckt als der süßeste Brei

Du dich über wenige helle Minuten an dunklen Tagen
über die Maßen freust

Im Sandkasten der Grünanlage das Rauschen des Meeres
und seine gischtsprühenden Wellen erkennst

Die Sonne schon für dich scheint noch bevor sie erwacht

Dann hat ein Engel bei dir gewacht und Liebe von Ferne
glockenhell und freudig mit dir gelacht

Wenn die Sonne scheint, sieht mein vermoostes Wieschen so wunderschön aus 🙂
Mit meinem Foto bin ich gar nicht zufrieden, es ist viel zu unscharf, aber ich hoffe, einen Eindruck bekommt ihr trotzdem…

Heute wäre ihr Geburtstag gewesen

Vor dreizehn Jahren starb meine Mutter.
Eigentlich ist es lange her, aber die Erinnerung bleibt stark und manchmal möchte ich zum Hörer greifen und mit ihr telefonieren. Nicht sehr lange, aber ich möchte wissen, was sie tut, wie es ihr geht und ob sie genug getrunken hat.

Heute wäre sie achtundneunzig Jahre alt geworden.
Daß ich eine wunderbar behütete Kindheit hatte, habe ich ihr und meiner Oma,  die im gleichen Haus lebte,  zu verdanken.

Heute habe ich sie besucht.  Ich dachte, sie wäre dort, auf dem Friedhof, der mal ein sehr schöner war, an der Seite meines Vaters, aber eine leise Stimme im Wind sagte mir etwas  anderes …

Suche mich nicht hier
hier bin ich schon lange nicht mehr
Ich bin in deinem Herzen
drum such mich nicht hier

Die Sonne scheint – eine etwas ältere Collage

Nach viel zu vielen trüben Tagen scheint endlich wieder die Sonne
und das nicht nur am Morgen,  sondern zur Abwechslung auch mal einen ganzen Tag.
Das hoffe ich wenigstens sehnlichst.

Sonnig leuchten die Blätter des Bambus und die Lichtreflexe machen mich froh.

Meine Collage besteht aus wenigen Teilen, die ich tatsächlich aus dem Abfall gefischt hatte.
Ich hoffe, Ihr mögt sie trotzdem  🙂