Ich möchte so gerne

im Schwerelosen tanzen
in Leichtigkeit schweben und
am Tage noch an Märchen erzählenden
Träumen weben

 

Jugend finden für einen zeitlosen
Moment in dem sie sich
in einem der Traumnetze fängt

 

Aus hauchfeinem
Schmetterlingsflügelflattern
ist der Vorhang gewebt der sich bei
Nacht und Nebel stets auf´s Neue
über meine vergehende Jugendzeit legt …

 

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Die Blätter fallen

Wie   seltsam  ist   es

durch  gefallenes  Laub  zu  gehen
die Füße ins Rascheln toter Blätter
zu setzen

sich am Wunder der Vergänglichkeit
zu erfreuen  –  niemals zweifelnd am
neuen Werden  –

und die farbige Pracht zu genießen
die uns Mutter Natur zum
Schwanengesang der Blätter bereitet

Meine Worte sind schon vor einigen Jahren – im November 2015 – entstanden, aber sie sind ja heute genau so aktuell wie damals

Die Zeit blieb stehen

Hat man so etwas schon gesehen? In der vergessenen Gasse ist es möglich.
Vor dreizehn Jahren schrieb ich diese Zeilen über die Zeit, die stehenblieb, plötzlich und völlig unerwartet :

 

Die Zeit blieb stehen und in ihrem
Silbervisier sah ich höhnisches Blitzen

Alles stand still und ich überlegte
was die Zeit von mir will

Ich hörte die Stille wie ein weites Gewand
in dem ich bis eben stets Ruhe fand

Doch ohne Bewegung ist nirgendwo Regung

Keine Gefühle kein Tun und niemals Ruhen
Nicht mal ein Lufthauch regte sich

Keine Tränen kein Hoffen – alles bleibt offen
Die Zeit blieb stehen

Nichts wird vergehen es gibt kein Geschehen
Wünsche und Wachstum – Alles vorbei

Sie spielt mit mir – Ich fühl mich gefangen

Sekunden zählt sie und Stunden
befiehlt Tagen und Jahren

Bedient sich der Menschen und macht was sie will
Aus heiterem Himmel stand sie nun still

Höhnisch klingt ihr blechernes Lachen
Sie genießt ihre Macht – sogar in der Nacht

Besuch in Speyer

Ein Besuch in Speyer, der alten Domstadt am Rhein

Ein Blick in den Dom muß sein,
obwohl ich aus einem ganz anderen Grunde in Speyer war.

Der Dom ist ein wahrhaftig eindrucksvolles romanisches Bauwerk.
Der salische König und spätere Kaiser Konrad II. ließ den Bau vermutlich im Jahre
eintausendundfünfundzwanzig  mit dem Ziel beginnen, hier die größte Kirche
des Abendlandes zu errichten.


Damals hatte das Städtchen nicht mehr als fünfhundert
Einwohner und dann
dieses riesige Bauwerk…, aber die Stadt wuchs und wuchs und heute leben hier
mehr 
als 50.000 Menschen.

Heute ist der Kaiser- und Mariendom zu Speyer weltberühmt und der Strom
der Besucher reißt nicht ab.
Seit 1981 ist er auch Weltkulturerbe.

Gestern strömten die Menschen wieder in Scharen hinein.
Das Wetter war gut, die Sonne schien und links
vom Portal saß eine kleine alte und
sehr gebeugte Frau, bettelnd, mit einem hohen fast leeren Becher
in der Hand.
Die Menschen gingen alle aufrecht, sie saß da so klein und unbedeutend, gebückt,
man sah sie kaum.

Und doch sahen sie scheinbar alle, denn sie machten einen weiten Bogen um das
alte Mütterchen am Boden.
Einige Meter weiter rückten sie wieder näher, denn um
in das Kirchenschiff zu gelangen, mußten sie sich
wieder nach links bewegen…,
sonst wären sie am Domgebäude vorbeigegangen.

Mich hat dieser weite Bogen, den fast alle schlugen, sehr erschüttert und doch
muß manchmal einer in ihre
Nähe gelangt sein, denn am Boden des Bechers lagen
einige Münzen.

Ich mußte mir dieses Erlebnis unbedingt von der Seele schreiben, ich mußte
meinem Herzen Luft machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleiner Katzenkönig im Blütendschungel – Eine Collage, fast ein Suchbild

Ich hatte ein Bildchen aus einer Zeitschrift und es war ziemlich klein  🙂
* Ein Katzenkönig im Krönungsmantel * Vermutlich gehörte es zu einer Geschichte für Kinder.
Ich besah mir das Minibild und beschloss, den kleinen König in einen Blütendschungel zu setzen.
Da fühlt er sich scheinbar bis heute ganz wohl, aber man sieht ihn  kaum 🙂

Die fertige Collage hatte ich meiner Kollegin geschenkt, weil sie ihr so gut gefiel.

Dann vergaß ich den kleinen Katzenkönig total, bis die liebe junge Kollegin mir vor kurzem dieses Foto schickte

 

Melancholie

Kann es denn ein Rest von Sommersonne sein
die heute so golden über uns strahlt?

Aber nein

im Hafen der Jahreszeiten lief dunkel
verhangen ein Boot voller Geheimnis ein

 

Bittersüß dufteten die schweren Segel
und tief ragte sein Bug aus den herbst-
stürmenden Wellen

 

Warm und schützend trägt uns die Melodie
herbstlicher   M e l a n c h o l i e

 

 

 

 

Es ist ein Bild aus dem vergangenen Jahr. Dieses Jahr ist es noch nicht ganz so weit. Die Natur läßt sich noch ein wenig Zeit.

 

 

 

 

Regenrosen

Rosen im Regen
Rosen tropfnass

Hängende Köpfe
und tränende Blüten

Regen bringt Segen
dacht ich bisher

Nun seh ich ihr Weinen
such nach dem Segen
und find ihn nicht mehr…

 

 

 

An einem total verwilderten Gärtchen blieb ich stehen.
Der aufgespannte Regenschirm in meiner Hand war zwar ein wenig hinderlich,
aber dann gelang es mir doch, zwei, drei Schnappschüsse der regennassen Rosen zu machen.
Ich finde sie auch als Regenrosen noch wunderschön und selbst in der Verwandlung sehe ich
noch märchenhaftes. Vermutlich sitzt da ein Kind in mir und kichert, während ich sie mir so
betrachte und über sie nachdenke…